Fundierte Entscheidungen im System Engineering

SE-Prinzip 9 im Fokus: Wie Du im Systems Engineering trotz Unsicherheit fundierte Entscheidungen triffst und Risiken gezielt steuerst.

Entscheidungen im Systems Engineering: Prinzip 9 im Fokus

Im Alltag als Projektleiter oder Produktmanager im Elektronikprojekten bist Du ständig mit Entscheidungen konfrontiert. Manche erscheinen klar und logisch, andere sind von Unsicherheit geprägt – sei es aufgrund fehlender Informationen, dynamischer Märkte oder technischer Unwägbarkeiten. Genau hier setzt das neunte Prinzip des Systems Engineering an:

„SE-Entscheidungen werden mit gewisser Unsicherheit und unter Berücksichtigung von Risiken getroffen.“

SE-Prinzip 9 nach INCOSE

Warum Unsicherheit im Projektalltag normal ist

Gerade in der Entwicklung komplexer Systeme lässt sich nicht jedes Detail von Anfang an kennen. Kundenbedarfe verändern sich, Technologien entwickeln sich weiter, regulatorische Rahmenbedingungen ändern sich oder Lieferketten brechen unerwartet zusammen. Wer hier auf absolute Sicherheit wartet, riskiert Stillstand.
Systems Engineering akzeptiert diese Realität und macht sie methodisch beherrschbar.

Risiko als Steuerungsgröße verstehen

Anstatt Risiken zu verdrängen, rückt SE sie bewusst in den Mittelpunkt. Dabei geht es nicht nur um die klassischen Projektrisiken wie Termin- oder Kostenüberschreitungen. Entscheidend ist, die systemischen Risiken im Blick zu behalten:

  • Welche Abhängigkeiten bestehen zwischen den Teilsystemen?

  • Welche Auswirkungen haben Änderungen auf die gesamte Systemarchitektur?

  • Wie sensitiv reagiert das System auf äußere Einflüsse?

Ein fundiertes Risikomanagement bedeutet, diese Fragen frühzeitig zu stellen, Annahmen transparent zu machen und Entscheidungsspielräume aufzuzeigen.

Entscheidungen treffen trotz Ungewissheit

Im SE ist eine Entscheidung nie endgültig, sondern wird im Laufe des Systemlebenszyklus iterativ überprüft und angepasst. Wichtig ist, die Unsicherheit zu quantifizieren und Alternativen zu bewerten. Methoden wie Szenarioanalysen, Sensitivitätsbetrachtungen oder Monte-Carlo-Simulationen helfen dabei, nicht nur das „wahrscheinlichste“ Ergebnis zu betrachten, sondern auch das „unerwartete“.

So kannst Du als Projektleiter sicherstellen, dass Dein Team nicht nur auf den Best Case ausgerichtet ist, sondern auch die Robustheit der Lösung im Worst Case kennt.

Führung durch Transparenz

Besonders im Mittelstand ist die Entscheidungskultur oft von Erfahrung geprägt. Das ist wertvoll – doch in komplexen Systemen reicht Intuition allein nicht mehr aus. Das neunte Prinzip fordert Dich dazu auf, Entscheidungen nachvollziehbar zu machen, indem Du:

  • Annahmen dokumentierst,

  • Risiken priorisierst,

  • und bewusst kommunizierst, warum eine Richtung eingeschlagen wird.

Diese Transparenz schafft Vertrauen – sowohl im Team als auch bei Stakeholdern.

Fazit: Mut zur Entscheidung ist Teil des Erfolges

Das neunte SE-Prinzip erinnert uns daran, dass Unsicherheit keine Schwäche ist, sondern ein fester Bestandteil jedes Entwicklungsprojekts. Der entscheidende Unterschied liegt darin, wie bewusst und methodisch Du mit dieser Unsicherheit umgehst. Systeme entstehen nicht durch perfekte Informationen, sondern durch kluge Entscheidungen unter unvollkommenen Bedingungen – und genau das ist die Stärke des Systems Engineering.

Du möchtest lernen, wie Du in Deinem Unternehmen trotz Unsicherheit klare Entscheidungen triffst und Risiken beherrschst? In meinem Systems Engineering Mentoring begleite ich Dich Schritt für Schritt dabei, die Prinzipien in Deinem Alltag erfolgreich anzuwenden.