Die Qualität von Entscheidungen hängt vom Systemverständnis ab

SE-Prinzip 10 im Fokus: Warum fundiertes Systemverständnis der Schlüssel zu besseren Entscheidungen in Projekten ist.

Systems Engineering Prinzip 10: Die Qualität von Entscheidungen hängt vom Systemverständnis ab

Entscheidungen brauchen Systemwissen

In jedem Entwicklungsprojekt kommt irgendwann der Moment, in dem Du als Projektleiter oder Produktmanager eine Entscheidung treffen musst – sei es zur Architektur, zur Auswahl einer Technologie oder zur Priorisierung von Anforderungen. Genau hier setzt das zehnte Prinzip des Systems Engineerings an: Die Qualität Deiner Entscheidungen hängt direkt davon ab, wie gut Du das Gesamtsystem verstehst – inklusive der unterstützenden Systeme, mit denen Dein Produkt interagiert, und der angrenzenden Systeme, die Einfluss auf den Betrieb haben.

„Die Qualität von Entscheidungen hängt vom Verständnis des Systems, der unterstützenden Systeme und der zusammenwirkenden Systeme ab.“

SE-Prinzip 10 nach INCOSE

Warum das Systemverständnis so entscheidend ist

Wenn Entscheidungen isoliert getroffen werden, ohne das Zusammenspiel aller Elemente zu berücksichtigen, entstehen zwangsläufig Lücken und Risiken. Ein Beispiel aus dem Maschinenbau: Du entscheidest Dich für einen bestimmten Sensor, der innerhalb des Systems hervorragend funktioniert – doch in der Interaktion mit der bestehenden Steuerungselektronik treten unerwartete Latenzen auf. Die Folge: Verzögerungen im Betrieb, teure Anpassungen und im schlimmsten Fall eine Verschlechterung der Produktqualität.

Genau deshalb fordert Systems Engineering, dass Entscheidungen stets auf einem möglichst umfassenden Systemverständnis basieren. Nur so lassen sich Wechselwirkungen erkennen, Risiken frühzeitig einschätzen und Lösungen finden, die auch langfristig tragfähig sind.

Ganzheitliche Perspektive statt isolierter Sichtweise

Das Prinzip verdeutlicht, dass Systems Engineering nicht nur technisches Handwerk ist, sondern ein Denkrahmen für nachhaltige und qualitativ hochwertige Entscheidungen. Statt einzelne Subsysteme zu optimieren, zielt SE darauf ab, die Balance im gesamten Systemverbund zu gewährleisten. Das bedeutet:

  • Du berücksichtigst technische Abhängigkeiten ebenso wie organisatorische Rahmenbedingungen.

  • Du denkst nicht nur an die eigene Systemlösung, sondern auch an Schnittstellen zu Nachbarsystemen.

  • Du prüfst die Auswirkungen auf den Betrieb, die Wartung und die spätere Stilllegung.

Dein Vorteil als Entscheider

Indem Du das System und seine Umgebung ganzheitlich betrachtest, stärkst Du nicht nur die Qualität Deiner Entscheidungen, sondern auch die Akzeptanz bei Stakeholdern. Denn nachvollziehbare und gut begründete Entscheidungen sind die Basis für Vertrauen – sowohl im Projektteam als auch bei Kunden und Partnern.

Kurz gesagt: Entscheidungen sind nur so gut wie das Verständnis, auf dem sie basieren. Das zehnte SE-Prinzip erinnert uns daran, dass Wissen, Vernetzung und Weitblick die entscheidenden Werkzeuge für Projektleiter und Produktmanager sind, die ihre Systeme erfolgreich in den Markt bringen wollen.

Wenn Du Deine Entscheidungsqualität auf ein neues Level heben möchtest, dann begleite ich Dich in meinem SE-Mentoring-Programm. Gemeinsam entwickeln wir Methoden, mit denen Du komplexe Systeme ganzheitlich verstehst und Entscheidungen triffst, die langfristig tragen.